Melanchtongemeinde Malsch

Liturgische Farben im Kirchenraum

Nach dem Umbau der Kirche im Jahr 2002/2003 konnten die bisherigen Paramente – also die Textilien im Kirchenraum, die die Farben des Kirchenjahres widerspiegeln  - nicht mehr eingesetzt werden. Der Wunsch nach den liturgischen Farben in der Gemeinde war jedoch groß. 

Die Paramentenkünstlerin Katharina Hinz entwickelte nach ausgiebigen Gesprächen mit dem Kirchengemeinderat Vorschläge und erhielt schließlich im Juli 2005 den Auftrag, Altarschals und Stolen in den liturgischen Farben grün, weiß, rot, und violett zu fertigen.

Sie selbst erläutert ihre Arbeit wie folgt: "... Auch wenn für die Kirche keine Paramente vorgesehen waren, bestand doch der Wunsch, die liturgischen Farben im Gottesdienst zu zeigen. Gemeinsam mit den Vertretern der Gemeinde wurde die Anfertigung folgender Paramente in den vier liturgischen Farben beschlossen:

  • Altarschals, die quer über den Altartisch verlaufen, so dass sie die Frontseiten nicht verdecken
  • Stolen für den schwarzen und weißen Talar
  • Tücher für die Feier des Abendmahls.

Die Ausführung sollte in Doupionseide erfolgen, einem Material mit kostbarer Wirkung, das leicht glänzt und lebendig schimmert, weil Kette und Schuss aus verschiedenen Farbtönen bestehen. Das Webmaterial dieser indischen Seide wurde also im Strang vor der Verarbeitung gefärbt. Seide wurde zwar seit dem 19. Jh. in der evangelischen Kirche sehr selten verwendet. Dennoch eignete sie sich in Form von Seidendamast oder Seidensamt über viele Jahrhunderte als bevorzugtes Material in den Hochkirchen des Mittelalters.

Für die Gestaltung sollte das schon vorherrschende Symbol des auf der Spitze stehenden Ecksteins aufgegriffen werden. Dabei sollte auch die etwas unregelmäßige Formgebung innerhalb der Gestaltung der Prinzipalstücke wiederkehren. Für die Altarschals wurden zwei Motive an den Enden gewählt und für die Stolen je fünf. Der Eckstein und das quadratische Feld sollten zwar liturgische Farben beibehalten, sich aber in den Farbtönen von diesen absetzen. Um das recht steife Gestaltungsschema zu beleben und den changierenden Charakter zu unterstreichen, der von den farbigen Seiden ausgeht, kann bei den Stolen unter Beibehaltung der Symmetrie die Wahl der Farbtöne variieren. Bei der roten Stola war es mir besonders wichtig, die kräftige Farbgebung aufzubrechen, weshalb für die Enden und das Rückenteil ein tieferer Ton und für die Mitte das helle Gelb gewählt wurde. Aufgrund der Tatsache, dass hier eine Einzelanfertigung in Handarbeit ausgeführt wurde, war es möglich, den kostbaren Charakter dieser farbigen Steine mittels unscheinbarer Konturlinien, die der Applikation mehr Plastizität verleihen, zu unterstreichen.

Unter der kulturhistorisch tradierten Voraussetzung, dass der Lichteinfall von oben links kommt, wirken die entsprechend ausgerichteten Schrägen heller, da beleuchtet und die abseits liegenden verschattet. Aus diesem Grunde wechseln bei den weißen Paramenten die Farbtöne der Konturen von leuchtend Gelb über Orange, Hellblau bis zur Komplementärfarbe Violett oder bei den grünen von Hellgelb bis Dunkelrot. Bei den violetten Ecksteinen hingegen sind mehrere Blau- und Gelbtöne verarbeitet, wobei häufig zwei Farben nebeneinander liegen. Diese Konturlinien wurden ganz bewusst sparsam genäht, da sie nur eine plastische Wirkung hervorrufen, aber aus einer gewissen Entfernung nicht gesehen werden sollen. Den Unterschied würde man erst bemerken, wenn die farbigen Konturen entfernt würden..."

Freitag, 28.09.2018

Kleidersammlung für Bethel

In der Zeit vom 12. November bis 16. November 2018 findet in unserer Gemeinde wieder die jährliche Kleidersammlung für die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel statt. ... weiterlesen