Melanchtongemeinde Malsch

Todesfall

Die kirchliche Bestattung – Beratung, Begleitung, Hilfe zum Leben

Das, wovor die Angst am größten ist, ist eingetreten oder steht unmittelbar bevor: der Tod eines geliebten Menschen. Im Krankenhaus, auf einer Landstraße, zu Hause im Schlafzimmer: Der Tod macht aus vielen Orten Orte des Abschieds. Den Abschied gestalten – dafür gibt es unzählige gelungene Formen. Vielleicht ist nur noch eine stille Geste des Respekts und des Gedenkens möglich. Vielleicht können Sie noch einmal gemeinsam Abendmahl feiern. Oder sich gar die Sachen sagen, die Ihnen wichtig sind und aneinander waren. Was sie sich jetzt auf der weiteren Reise füreinander wünschen.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, möchten wir Ihnen die Aussegnung ans Herz legen. Die können Sie von Ihrer Pfarrerin bzw. Ihrem Pfarrer auch dann schon erbitten, wenn der Tod noch nicht eingetreten ist. Der Schmerz ist groß, aber er kommt gar nicht so recht durch. Jetzt müssen Sie erst mal an vieles denken und gewichtige Entscheidungen treffen. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei. Unterstützung und seelischen Beistand erfahren Sie auch durch Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin: Nehmen Sie Kontakt auf für die Vereinbarung eines Seelsorgegesprächs und für das Beerdigungsgespräch auf.

Was bei einem Todesfall zu bedenken ist

Der Tod ist das unausweichliche Ende unseres Lebens, das wir manchmal mehr, aber meistens viel zu wenig im Auge haben. Es fällt schwer, über ihn nachzudenken, sich vorzustellen, wie man einen geliebten Menschen verliert oder wie sich der eigene Tod ereignen wird. Wenn dann eines Tages doch die Situation eintritt, in der wir mit dem Tod konfrontiert sind, wird uns bewusst, dass der Tod nicht bloßer Endpunkt, sondern ein Teil unseres Lebens ist, der gestaltet werden will.
Diese Seiten sollen Sie bei der Gestaltung von Aussegnung und Trauerfeier unterstützen. Sie finden in der Checkliste eine Sammlung zentraler Fragestellungen, Hilfestellungen für die ersten Schritte und organisatorische Überlegungen.

Die Aussegnung gleich nach dem Tod

  • Wann hört für mich das Leben auf?
  • Möchte ich nach Eintritt des Todes eine Zeit der Stille und Sammlung?
  • Will ich neben das Totenbett ein Kreuz stellen, eine Kerze anzünden?
  • Möchte ich andere in diesem Augenblick dabei haben? Wen will ich rufen, dass er mit mir die Zeit des Abschiednehmens teilt? (Verwandte, Freunde, Nachbarn, gute Bekannte, den Arzt, die Krankenschwester)
  • Möchte ich einen Pfarrer / eine Pfarrerin dazu rufen, ihn / sie um ein Gebet und tröstende Worte bitten?
  • Habe ich selbst gute Worte, eine Bibel, ein Gesangbuch, eine gute Musik?

Die ersten Schritte

  • Im Sterbefall ist ein Arzt zur Feststellung des Todes und der Todesursache zu verständigen. Er stellt die Todesbescheinigung aus.
  • Wen will ich weiterhin sofort benachrichtigen, wer soll es erst morgen erfahren?
  • Möchte ich bei der Einsargung und Abholung dabei sein? Möchte ich in diesem schweren Augenblick jemanden bei mir haben? Möchte ich für diese Zeit einen Pfarrer, eine Pfarrerin kommen lassen? Ist diese traditionelle Form der Aussegnungsfeier an meinem Wohnort noch guter Brauch?
  • Begleitung in der Trauer, Organisation der Trauerfeier: Welches Pfarramt ist für mich zuständig?
  • An welchem Tag und zu welcher Stunde sollte die Trauerfeier am besten sein, damit jede und jeder Zeit und Muße hat, das Wesentliche vorzubereiten und in Ruhe anzukommen? (Eine Bestattung muss laut Gesetz innerhalb fünf aufeinander folgender Werktage erfolgen. Wann die Wochenendtage mitzuzählen sind, weiß der Bestatter)
  • Kann ich sofort mit dem Pfarramt und Bestattungsinstitut Ort, Tag und Uhrzeit der Trauerfeier vereinbaren, damit ich den Termin gleich weitersagen kann?
  • Welches Bestattungsunternehmen will ich beauftragen? Habe ich mehrere zur Auswahl?
  • Welches Standesamt ist zuständig? (Hinweis: Der Sterbefall ist beim Standesamt anzuzeigen, dort wird die Sterbeurkunde ausgestellt. Das zuständige Standesamt ist nicht immer das am Hauptwohnsitz des Verstorbenen, sondern das, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat.)
  • Habe ich die wichtigsten Dokumente, die ich für die Sterbepapiere und das Standesamt brauche?

Art und Ort der Bestattung

  • Hat sich der/die Verstorbene dazu geäußert, wie und wo er/sie begraben werden will?
  • Besteht bereits bei einem Bestattungsunternehmen ein Vorsorgevertrag?
  • Wie soll der Körper hergerichtet und behandelt werden?
  • Welche Kleidung soll der/die Verstorbene tragen, wenn er/sie im Sarg liegt?
  • Habe ich mich schon für eine Sargausstattung entschieden und wie viel Geld will ich dafür ausgeben?
  • Möchte ich eine Erdbestattung?
  • Ist ein Grab vorhanden: Müssen dort Ruhefristen eingehalten oder verlängert werden? (Auskunft gibt die Friedhofsverwaltung)
  • Ist kein Grab vorhanden: Muss ich den Friedhof wählen, der zum Wohnort gehört oder gibt es in meinem Fall eine Ausnahme von dieser üblichen Regel? (Auskunft gibt die Friedhofsverwaltung)
  • Stehen mehrere Grabstellen zur Auswahl. Wer geht mit und wählt mit mir aus?
  • Wenn ich mich für eine Feuerbestattung entschieden habe: Will ich eine Beisetzung der Urne in der Erde? In einem bestehenden Familiengrab oder speziellen Urnengrab? Will ich eine Beisetzung der Urne in einer Nische oder Urnenwand? Gibt es das auf meinem Friedhof? Will ich eine anonyme Seebestattung und wähle diese Form aus einem besonderen Grund?
  • Möchte ich den Pfarrer / die Pfarrerin nur bei der Trauerfeier oder ein bis drei Wochen später auch noch einmal bei der Urnenbeisetzung dabei haben? Wer soll sonst noch bei der Urnenbeisetzung mitgehen?

Zur Vorbereitung der Trauerfeier

  • Will ich mir bei den folgenden Schritten von den professionellen Bestattungsunternehmen helfen lassen. Welche Teile davon will ich evtl. selbst übernehmen? Was will ich anderen überlassen?
  • Möchte ich eine Traueranzeige in die Zeitung setzen? Wähle ich ein Bibelwort als Überschrift? Wer sind die Angehörigen, die dabei genannt werden sollen und in welcher Reihenfolge?
  • Möchte ich private Todesanzeigen verschicken? Was soll darauf stehen? Wer soll es drucken, wann muss es fertig sein? Wer hat und schreibt die Adressen und sorgt für den Versand?
  • Möchte ich viele Blumen am Grab oder möchte ich darum bitten, dass man statt Blumen auch für einen Zweck spenden kann, der dem/der Verstorbenen wichtig war?
  • Will ich Blumen auf dem Sarg? 
  • Möchte ich einen Kranz in Auftrag geben und was soll auf der Schleife stehen?
  • Möchte ich zur Trauerfeier eine Blume in der Hand halten? 
  • Möchte ich Musik haben, die live gespielt wird oder von einem Tonträger kommt?
  • Welche Musik hat der/die Verstorbene besonders geliebt? Welche Musik kann mir helfen, mit der Trauer zurecht zu kommen?
  • Wenn der/die Verstorbene an zwei entfernten Orten mehrere Verwandte hat und weit entfernt beigesetzt wird: Will ich eine Trauerfeier in der Kirche oder Aussegnungshalle hier am Ort oder dort, wo die Beisetzung erfolgt. Brauche ich beides?

Weitere organisatorische Überlegungen

  • Wen muss ich vom Todesfall informieren? Mit dem Arbeitgeber des/der Verstorbenen ist die Übergabe von persönlichen Sachen aus dem Büro abzustimmen. Der Krankenkasse ist die Sterbeurkunde zuzuschicken.
  • Bezog der/die Verstorbene Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher im Abonnement? Wie sind die Kündigungsfristen?
  • War der/die Verstorbene Mitglied in einem Verein? Auch hier steht die Kündigung an.
  • Welche Versicherungen hatte der/die Verstorbene abgeschlossen? Welche Versicherungen muss ich informieren (Lebensversicherung – Mitteilungsfrist beachten), welche muss ich kündigen?
  • Soll ich den Telefonbucheintrag ändern, das Telefon um- oder abmelden?
  • Vorsicht: Nach Erscheinen von Todesanzeigen werden häufig Betrüger und Einbrecher aktiv. Deshalb: Bezahlen Sie keine Rechnungen, die zweifelhaft erscheinen. Nehmen Sie Kontakt mit dem Rechnungssteller auf und verlangen eine Vertragskopie. Bitten Sie eine vertraute Person, während der Trauerfeier auf die Wohnung/das Haus aufzupassen.

Vorbereitung der kirchlichen Bestattung

Wird nach einem Trauerfall eine kirchliche Bestattung gewünscht, nehmen die Angehörigen direkt oder über das Bestattungsunternehmen Kontakt mit dem zuständigen Pfarramt auf, um ein Gespräch mit dem Pfarrer zu vereinbaren. 
Bei diesem Gespräch ist Zeit, über alles zu reden, was Sie bewegt.
Im Rahmen dieses Gesprächs kann ebenfalls vereinbart werden, wie die Trauerfeier gestaltet wird. Der Pfarrer wird Sie nach dem Leben des bzw. der Verstorbenen fragen. Das hat einerseits seelsorgliche Gründe: Der Pfarrer regt Sie dadurch zu dem für die Trauerbewältigung wichtigen Prozess der Erinnerungsarbeit an. Andererseits sammelt er dadurch auch Informationen und Eindrücke, um die Trauerfeier möglichst persönlich zu gestalten. Besprechen Sie mit ihm, wenn Sie etwas aus Ihrem Gespräch nicht veröffentlicht wissen möchten. Der Pfarrer steht unter der Schweigepflicht, die mit dem Seelsorgegeheimnis verbunden ist.
Manchmal kann es für die Angehörigen hilfreich sein, wenn sie sich aktiv an der Trauerfeier beteiligen. Aber bitte bedenken Sie, dass Sie durch den Tod getroffen sind und die Trauerfeier der Moment des Abschieds sein wird. Bitte muten Sie sich nicht zu viel zu.

Gottesdienst: die Beisetzung gestalten

Die Bestattung hat zwei Elemente: den Gottesdienst in der Trauerhalle und die Handlung am Grab. Im Trauergottesdienst soll Zeit und Gelegenheit sein für Trauer und Klage, Stille und Fürbitte. Das Leben der bzw. des Verstorbenen kommt in angemessener Weise zur Sprache. Biblische Texte und eine Ansprache stellen den Bezug zwischen dem vergangenen Leben und der bergenden Liebe Gottes her. Die Verkündigung geschieht im Glauben an die Auferweckung der Toten, der Sterbe- und Todeserfahrungen und Trauer umschließt, ohne sie beschönigen zu wollen.
Der Trauergottesdienst ist ein Handeln der versammelten Gemeinde. Hinterbliebene, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn und Kirchengemeinde begehen den Gottesdienst gemeinsam. Damit die Feier den Bedürfnissen der Trauernden entspricht und dem vergangenen Leben gerecht wird, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Feier individuell zu gestalten. Dies betrifft vor allem die Auswahl von Instrumentalmusik und Liedern, Bibelstellen und anderen ansprechenden Texten.

Lieder

Das Evangelische Gesangbuch enthält einen eigens für den Trauerfall vorgesehenen Themenbereich, überschrieben mit "Sterben und ewiges Leben". Daneben finden sich Abschnitte mit Liedgut, das von Hoffnung, Zuversicht aber auch im Zusammenhang von kirchlichen Festtagen von Tod und Auferstehung unseres Heilands singen will. Die nachfolgende Liste will Sie anregen aber nicht einschränken. Sie ist bei weitem nicht vollständig. (Die Liedvorschläge sind dem Evangelischen Gesangbuch aus Bayern entnommen)

  • Christus, der ist mein Leben (Nr. 516)
  • Ich wollt, dass ich daheime wär (Nr. 517)
  • Mitten wir im Leben sind (Nr. 518)
  • Mit Fried und Freud fahr ich dahin (Nr. 519)
  • Nun legen wir den Leib ins Grab (Nr. 520)
  • O Welt, ich muß dich lassen (Nr. 521)
  • Wenn mein Stündlein vorhanden ist (Nr. 522)
  • Valet will ich dir geben (Nr. 523)
  • Freu dich sehr, o meine Seele (Nr. 524)
  • Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt (Nr. 525)
  • Jesus, meine Zuversicht (Nr. 526)
  • Die Herrlichkeit der Erden (Nr. 527)
  • Ach wie flüchtig, ach wie nichtig (Nr. 528)
  • Ich bin ein Gast auf Erden (Nr. 529)
  • Ich weiß, wie nahe mir mein Ende (Nr. 530)
  • Noch kann ich es nicht fassen (Nr. 531)
  • Nun sich das Herz von allem löste (Nr. 532)
  • Du kannst nicht tiefer fallen (Nr. 533)
  • Herr, lehre uns, dass wir sterben müssen (Nr. 534)
  • Gloria sei dir gesungen (Nr. 535)
  • Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (Nr. 397)
  • In dir ist Freude (Nr. 398)
  • Meinen Jesus laß ich nicht (Nr. 402)
  • O Haupt voll Blut und Wunden, Stophe 9 und 10 (Nr. 85)
  • Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du vom Tod erstanden bist (Nr. 107)
  • Jesus lebt, mit ihm auch ich (Nr. 115)
  • Auf Christi Himmelfahrt allein (Nr. 122)
  • Auf meinen lieben Gott (Nr. 345)
  • Christi Blut und Gerechtigkeit (Nr. 350)
  • Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn (Nr. 363)
  • Was mein Gott will, gescheh allzeit (Nr. 364)
  • Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (Nr. 382)
  • Lasset uns mit Jesus ziehen (Nr. 384)
  • Morgenglanz der Ewigkeit (Nr. 450)
  • Wachet auf, ruft uns die Stimme (Nr. 147)
  • Herzlich tut mich erfreuen (Nr. 148)
  • Es ist gewisslich an der Zeit (Nr. 149)
  • Jerusalem, du hochgebaute Stadt (Nr. 150)
  • Ermuntert euch, ihr Frommen (Nr. 151)
  • Wir warten dein, o Gottes Sohn (Nr. 152)
  • Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt (Nr. 153)
  • Herr, mach uns stark im Mut, der dich bekennt (Nr. 154)

Neben traditionellen Chorälen gibt es auch die Möglichkeit, Lieder und Musikstücke in die Trauerfeier zu integrieren, die aus der klassischen, der volkstümlichen oder der Pop-Musik stammen. Oftmals werden durch diese Musikstücke besondere Erinnerungen an das Leben mit der bzw. dem Verstorbenen wach.
Es mag sich um ein Lieblingslied des, der Verstorbenen handeln oder um ein Musikstück, das sie oder ihn besonders gut beschreibt. Manchmal drücken Lieder auch die Gefühle der Trauernden auf treffende Weise aus. Bitte sprechen Sie mit unserem Pfarrer Ihre Wünsche und die Auswahl der Lieder insgesamt ab.

Dienstag, 15.05.2018

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