Melanchtongemeinde Malsch

Lesegottesdienst für Ostersonntag 2021

von Pfarrer Claudius Zeller

04.04.2021

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Eingangswort

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!
Mit dem Aufgang der Sonne läuft der Jubelruf der Christenheit um die Welt.
Jesus Christus lebt. Gott erweist seine Macht, die stärker ist als der Tod.


Lied 117

1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle!
Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle.
Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.

2. Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben -
er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben.
Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.


Psalm 118

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg
in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Die Rechte des HERRN ist erhöht;
die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des HERRN Werke verkündigen.

Der HERR züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.

Das ist das Tor des HERRN;
die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom HERRN geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Amen.


Gebet

Gott, des Lebens,
führe uns in die Freude des Ostertages. Lege die Verwundungen unseres Lebens in dein heilendes Licht. Führe uns aus der Gleichgültigkeit in die Liebe, aus dem Streit in den Frieden. Führe uns aus der Angst ins Vertrauen, aus der Resignation in einen neuen Anfang. Führe uns und deine ganze Schöpfung einem großen Neuwerden zu, wie nur du es kannst. Amen.


Osterevangelium: Matthäus 28, 1-10

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.
Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den
Gekreuzigten, sucht.
Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die
Stätte, wo er gelegen hat;
und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den
Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen.
Siehe, ich habe es euch gesagt.
Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es
seinen Jüngern zu verkündigen.
Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und
umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.


Lesepredigt

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Leserinnen und Leser,
im Flur vom Pfarrhaus brennt die Osterkerze 2021.
Und vielleicht haben sie zuhause jetzt auch eine Kerze angezündet.
Keine Gottesdienstabsage, keine Kontaktbeschränkung,
kein Katastrophenfall konnte es verhindern:
Das Osterlicht leuchtet!
Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Wir feiern erneut ein Ostern,
wie wir es noch vor zwei Wochen nicht gedacht hätten!
Ein Ostern, an dem wir uns den österlichen Freudenruf
aus dem Abstand zurufen müssen.
Ein Ostern, an dem die körperliche Nähe, die herzliche Umarmung,
das Zusammenkommen mit vielen anderen
nicht das Leben fördert, sondern es bedroht!
Trotzdem: Das Licht von Ostern leuchtet!
So viele Bilder der letzten Wochen und Monate
sind Passionsbilder, Bilder vom Leiden.
Sie sind mir sehr zu Herzen gegangen und haben viele erschüttert:
Bilder von Menschen in Deutschland,
die mit Tränen in den Augen das kleine Geschäft,
das sie in vielen Jahren aufgebaut haben, in den Bankrott gehen sehen.
Bilder von Intensivstationen, auf denen die Ärztinnen und Ärzte
um das Leben ihrer schwerkranken Corona-Patienten kämpfen.
Bilder von der Hüttensiedlung Cañada Real bei Madrid,
wo 8000 Menschen in größter Armut leben
und seit 6 Monaten ohne Strom zurechtkommen müssen.
Bilder aus Myanmar von Militärs, die mit brutaler Härte
gegen friedliche Demonstranten vorgehen.
Soldaten schießen sogar auf Kinder.
Es sind so viele Passionsbilder, die wir gesehen haben
und die uns haben erschrecken lassen.
Aber das Licht von Ostern leuchtet!
Und es gibt in diese Passion hinein
Zeugnis von Gottes Leidenschaft für das Leben.
Zeugnis von Gottes Liebe, die stärker ist als der Tod.
Zeugnis von Gottes Zukunft, in der kein Leid,
kein Geschrei und kein Schmerz mehr sein wird,
in der alle Tränen abgewischt sind.
Die Osterkerze erzählt von dem ganz großen Licht,
das die Frauen sehen im Dunkel der Nacht.
Ein Engel begegnet ihnen und sagt: "Jesus ist auferstanden von den Toten!"
Und sie gehen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude.
Und dann begegnet ihnen Jesus und spricht: "Fürchtet euch nicht!"
Was ist da passiert?
Wenn wir es erklären wollen, kommen wir ins Stammeln und ins Staunen.
Es muss etwas Unglaubliches passiert sein damals in Jerusalem.
Etwas, was alles bisher Erfahrene durchbrochen hat.
Wir wissen nicht, was sich damals hinter dem Grabstein genau zugetragen hat.
Aber wir wissen, dass die Überwindung des Todes, von der der Engel den Frauen berichtet,
eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Macht hatte.
So dass die Botschaft sich ausbreitete in alle Welt,
in die Herzen der Menschen einzog
und wir heute über alle Distanzen hinweg verbunden sind
und in den Ruf der Frauen einstimmen können: Der Herr ist auferstanden!
Christus ist auferstanden vor fast 2000 Jahren in Jerusalem.
Aber er ist in die ganze Welt hinein auferstanden,
so dass er jetzt bei uns ist, und überall da, wo Menschen heute Ostern feiern.
Durch ihn spüren wir an diesem Ostermorgen die Gemeinschaft untereinander.
Sein Geist der Liebe ist stärker als alle Distanz, die wir jetzt
– um der Liebe willen - körperlich einhalten müssen.
Wir sind an diesem Morgen eine große österliche Gemeinschaft
von Schwestern und Brüdern in Christus.
Wir sind verbunden miteinander in dem Glauben,
dass auf all die Bilder der Passion, die wir im Herzen haben,
ein großes Licht fällt.
Ein Licht, das den Blick auf die Zukunft öffnet –
auf eine Zukunft, die von dem Licht durchstrahlt wird,
das jetzt noch von so viel Düsternis umgeben ist.
Ja, vieles liegt noch im Argen. Doch das Osterlicht leuchtet!
Nur aus zwei Haushalten dürfen wir uns momentan treffen.
Ich muss an die beiden Freunde Jesu denken,
die sich nach der Kreuzigung und den verstörenden Nachrichten vom leeren Grab
aus dem Staub gemacht, Jerusalem verlassen haben
und Richtung Emmaus gegangen sind.
So wie wir das heute tun müssen, sind sie nur zu zweit gegangen.
Wie um sich auf wandernde Quarantäne zu begeben,
haben sie nach dem Tod Jesu den traurigen Ort,
an dem so Schreckliches passiert war, verlassen.
Ihr bisheriges Leben gibt es so nicht mehr.
Ihre Hoffnung, ihre ganze Existenz ist zu Grabe getragen worden.
Wie das Leben jetzt sein wird, nach der Katastrophe,
das ist für sie völlig ungewiss.
Ob das alte Leben irgendwie wiederkommt? Sie wissen es nicht.
Da taucht plötzlich ein Dritter auf,
der die Regel der Kontaktsperre scheinbar nicht kennt,
der Fragen stellt und zuhört, bevor er redet.
Wer ist der? Sie kennen ihn erstmal nicht.
Aber: sie spüren etwas. Sie spüren: Gott ist an ihrer Seite, in ihm.
In seiner Gegenwart – brennt ihr Herz, sagen sie.
Es ist – der auferstandene Jesus.
Der, der ans Kreuz geschlagen wurde, in die endgültige Kontaktsperre des Todes.
Doch da ist er nicht geblieben:
Ostern – die Auferstehung aus der endgültigen Kontaktlosigkeit hinein ins Leben,
in ein Leben, das nie und nimmer verlassen ist.
Und er nimmt uns mit in dieses neue Leben.
Das ist der österliche Trost, der in jeder Osterkerze, die angezündet ist aufleuchtet.
Das Osterlicht erinnert uns an die Liebe Gottes,
die stärker ist als alle Kontaktbeschränkungen zwischen Menschen.
Sie verbindet uns alle, so dass wir jetzt diese Gemeinschaft spüren können.
Und sie findet Ausdruck in so vielen Zeichen der Liebe, die wir einander jetzt geben.
Wir erfahren darin, wie dieser Dritte, mit dem die zwei Jünger nach Emmaus gegangen sind,
heute unter uns ist und aus Bösem Gutes werden lässt und Menschen inspiriert:
Nachbarn werden nicht müde, einander beim Einkaufen zu helfen.
Da sind freiwillige Helferinnen und Helfer, die in Corona-Impfzentren tätig sind.
Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Brasilien hat die Bundeswehr
80 Beatmungsgeräte in die Amazonas-Metropole Manaus gebracht.
Der mysteriöse Street-Art-Künstler Banksy konnte für sein Werk „Game Changer“
auf einer Auktion 19,5 Millionen Euro erzielen
und spendet einen Großteil des Geldes an Gesundheitsdienste.
Ja, die Zeiten sind immer noch düster. Aber das Licht von Ostern brennt.
Und niemand kann es mehr auslöschen.
Hoffnung blüht auf.
Wir gehen zu auf einen neuen Himmel und eine neue Erde,
in der alle Tränen abgewischt sind.
Die Lebensgeister zeigen sich überall.
Und noch nicht einmal der Tod kann sie aufhalten. Denn der Tod ist besiegt.
Das Leben endet nicht an den irdischen Grenzen.
Das Leben wird durchstrahlt vom Licht der Liebe Gottes,
von dem uns nichts mehr trennen kann.
So lasst uns an diesem Osterfest trotzig und frech
und mit großer Zuversicht das Leben begrüßen
und aus ganzem Herzen rufen:
Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden. Amen.


Lied 

1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein.
Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.

2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist: der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist.
Ein Tanz, der uns alle dem Tod entreißt.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.

4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht,
im Aufstand erklingt unser Osterlied.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein. Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.


Gebet

Du bist auferstanden, Jesus Christus!
Dein Licht macht unser Leben hell.
Deine Liebe durchbricht unsere Erstarrung.
Dein Heil erlöst uns.
Der Tod hat verloren.

Dein Licht lass aufstrahlen
für die Trauernden und für die Einsamen.
Dein Licht lass aufstrahlen
für die Kranken und für alle, die gegen das Dunkel ankämpfen.
Dein Licht lass aufstrahlen
inmitten von Gewalt, Hass und Krieg.

Deine Liebe durchdringe
die Herzen der Machthaber und der Klugen.
Deine Liebe durchdringe
die Herzen der Unbarmherzigen und Überheblichen.
Deine Liebe durchdringe
die Herzen der Rücksichtlosen und der Böswilligen.

Deine Gegenwart verwandle diese Welt.
Deine Gegenwart erlöse die Schuldigen.
Deine Gegenwart befreie uns aus unseren Verstrickungen.
Deine Gegenwart begeistere deine Kirche
und mache sie zur Zeugin der Wahrheit.
Der Tod hat seine Macht verloren.

Hoffnung blüht auf.
Das Leben kehrt zurück.
Die Schöpfung erwacht zu neuem Leben.
Lass alle Welt jubeln,
denn du bist auferstanden, Jesus Christus! Amen.

Vater unser …


Lied 116

4. »Geht und verkündigt, dass Jesus lebt, darüber freu sich alles, was lebt.
Was Gott geboten, ist nun vollbracht, Christ hat das Leben wiedergebracht.«
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!

5. Er ist erstanden, hat uns befreit; dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd oder Tod, Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!


Segen

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden. Amen.

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