Melanchtongemeinde Malsch

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Donnerstag, 26.04.2018

Vortrag zum Rüstungsexport in deutscher Verantwortung

Milan trifft auf Leo – Deutschland in der Oberliga der Waffenexporteure?

Deutschland ist weiterhin an vorderster Front an den bewaffneten Konflikten als Rüstungsexporteur beteiligt. Rüstungsexporte befeuern Konflikte und produzieren Fluchtursachen. Mehrere Waffenschmieden befinden sich in Baden-Württemberg:

Hier leben viele Menschen vom Export von Waffen auch in Kriegs- und Krisenregionen, und dieser schafft weltweit Leiden. Die Umwandlung von Rüstungsgütern in intelligente zivile Güter hat daher nicht nur friedenspolitische Aspekte, sondern tangiert auch die Struktur und Industriepolitik des Landes Baden-Württemberg.

Als Exportweltmeister braucht Deutschland eigentlich nicht Waffen zu exportieren. Die deutschen Waffenexportgesetze gelten als strikt, dennoch sind deutsche Waffen weltweit im Einsatz, auch in Kriegs- und Konfliktregionen.

Deutschland möchte mehr „Verantwortung“ in der internationalen Politik übernehemen und bewirbt sich für einen Sitz zum UN Sicherheitsrat (2019/20). Will Deutschland als Mitkrieger auftreten oder die friedliche Beilegung von Konflikten befördern?

Wie kann eine Konversion geschehen? Welche Beispiele gibt es dafür, statt Rüstungsgüter "Lebensgüter" herzustellen? Wie können Bürgerinnen und Bürger, Kirchen und Bildungseinrichtungen Einfluss nehmen?

Deutschland ist am Scheideweg: Rüstungsexporteur oder Lebensgüter Exporteur zu sein.

Datum:             Donnerstag, 26.4.2018, 19:30 Uhr

Ort:                  Gemeindesaal der Melanchthonkirche, Melanchthonstr. 17, 76316 Malsch

Referent:          Kiflemarim Gebrewold , Referent der badischen Landeskirche für Rüstungskonversion und Rüstungsexportfragen.

 

Kiflemariam Gebrewold:

Seit 2016 leitet Gebrewold das Projekt "Rüstungskonversion und Rüstungsexport", das den Zusammenhang zwischen Rüstungsexport aus Baden und Vernichtung von Entwicklungschancen im Süden untersucht.  Er war  20 Jahre im Rahmen der praktischen Entwicklungshilfe im Ausland tätig und erlebte dort die Auswirkungen von Waffenexporten auf die Entwicklung des globalen Südens. Seine rund 12 jährige Erfahrung in der entwicklungspolitischen Bildung ist auch für die Aufarbeitung von Rüstung versus Entwicklung von entscheidender Bedeutung.